Die aktive Beteiligung unserer TeilnehmerInnen an der Gestaltung unserer Aktivitäten ist eine zentrale Säule unseres „Active Aging“-Konzepts. Dennoch fällt es vielen weiterhin schwer, ihre Meinung offen zu äußern und sich aktiv an Arbeitsgruppen oder Ideenwerkstätten einzubringen.
Eine Ursache für dieses Zögern liegt unserer Meinung nach darin, dass vielen SeniorInnen „Partizipation“ bzw. die aktive Beteiligung an der Ausarbeitung größerer Aktivitäten nicht vertraut ist. Zudem sind sie häufig stark auf den häuslichen Alltag fokussiert, was dazu führen kann, dass sie sich eher isolieren oder zurückziehen.
Besonders bei gesundheitlichen oder mobilitätsbedingten Einschränkungen fehlt oft das Selbstvertrauen selbstbewusst aufzutreten und ihre Meinung bei der Ausarbeitung der Programmhefte, Aktivitätsplanungen oder der Ausführung der Aktivitäten kundzutun. Gerade deshalb ist es wichtig, dieses gezielt zu stärken, um die Lebensqualität zu verbessern.
Durch die Förderung der Partizipation unterstützen wir unsere AdressatInnen dabei, ihre Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und sich auch außerhalb des Clubs aktiv einzubringen. Ziel ist es insbesondere, zurückhaltende KundInnen zu mehr Eigeninitiative und Selbstverantwortung zu befähigen – sowohl im Club als auch im Alltag, insbesondere im Hinblick auf Gesundheit und Lebensqualität.
Um auch unsichere SeniorInnen zu erreichen, setzen wir auf Aktivitäten, welche ohne große finanzielle Hürden, körperliche Anforderungen oder digitale bzw. sprachliche Vorkenntnisse zugänglich sind. Diese Aktivitäten erleichtern eine unkomplizierte Beteiligung und vereinfachen ein selbstbewusstes, öffentliches Eintreten für die eigenen Interessen und ermöglichen es, vorhandene Lebenserfahrungen aktiv einzubringen.
Im Club Uewersauer haben sich insbesondere Aktivitäten, die mit einem gemeinsamen Mittagessen („RestaurantTreff“) oder Kaffee und Kuchen (z. B. bei Gesellschaftsspielen) verbunden sind, als besonders geeignet erwiesen.
Darüber hinaus bieten wir in diesem Zusammenhang intergenerationelle Aktivitäten an, bei denen ältere TeilnehmerInnen ihre Lebenserfahrung sowie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an Gleichaltrige oder Jüngere weitergeben können. So lehren z.B. ältere TeilnehmerInnen jüngere Interessenten das Stricken. Dafür ist keine besondere Ausbildung erforderlich, da diese Kompetenzen Teil ihrer Lebensgeschichte sind und sie diese mit Stolz weitergeben. Gleichzeitig stärkt dies ihr Selbstwertgefühl. Nach unseren Beobachtungen ist die Atmosphäre in diesen „internen“ Gruppen deutlich entspannter und von mehr Frohsinn geprägt als bei Aktivitäten, die von externen Anbietern durchgeführt werden. Ähnliches zeigt sich bei unserem „Konter & Matt Treff“: Hier bieten wir eine „Anfängergruppe“ an, wo erfahrene TeilnehmerInnen ihr Wissen an AnfängerInnen weitergeben. Gemeinsam wird das Spiel „Konter a Matt“ erlernt und geübt, bevor anschließend zusammen gespielt wird, bis die Neulinge ausreichend Sicherheit gewinnen. Die dabei entstehenden lebendigen und oft humorvollen Interaktionen stärken sowohl das Selbstwertgefühl der Lehrenden als auch das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe. Wir sind der Ansicht, dass wir auf diese Weise innerhalb des Clubs den Empowermentprozess anstoßen, da wir gezielt und respektvoll die Lebenserfahrung der beteiligten SeniorInnen sowie die damit verbundene selbstbestimmte Nutzung ihres Wissens würdigen und sie – ganz ohne Zwang und Zeitdruck – mit Partizipation sowohl innerhalb als auch außerhalb des Clubs vertraut machen.